Netzwerk Psy4Asyl, Verband Aargauer Psychologinnen und Psychologen

Hochrechnungen und Studien lassen darauf schliessen, dass ca. 40% aller Personen mit Flüchtlingshintergrund von behandlungsbedürftigen Traumafolgen und psychischen Folgeerkrankungen betroffen sind. Dazu gehören Posttraumatische Belastungsstörungen (mit ca. 30%), schwere Depressionen (ebenfalls ca. 30%) sowie chronische Schmerzen (ca. 80%).

Bei Asylsuchenden sind psychische Erkrankungen besonders schwerwiegend. Aufgrund ihrer Erkrankung und ungewissen Perspektiven sind sie häufig nicht in der Lage, den durch die Migration und das Asylgesuch entstehenden Anforderungen gerecht zu werden.

Eine besonders verletzliche Gruppe ist die der unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber (UMA), welche neben ihrer Heimat meist auch die Unterstützung des ganzen Familiensystems verloren haben und während des Asylprozesses noch mehr als andere Asylsuchende Betreuung und Tagesstrukturen brauchen.

Gleichzeitig fehlen Hunderte von genügend spezialisierten Therapieplätzen, d.h. die Zahl der Anmeldungen liegt weiter über der Kapazität der vorhandenen Behandlungsangebote.

 

 

Beschreibung der Organisation

Aufgrund dieses Notstands hat der VAP an der Mitgliederversammlung im März 2016 das Netzwerk Psy4Asyl gegründet. Darin bieten PsychologInnen in Freiwilligenarbeit kostenlose psychologische und psychotherapeutische Begleitung für Menschen mit Fluchthintergrund sowie Supervision für BetreuerInnen von AsylbewerberInnen und MigrantInnen an.


Mit diesem Angebot wollen wir Verantwortung übernehmen und unser Fachwissen mit zivilgesellschaftlichem Engagement verbinden, aber auch ein Zeichen setzen.

Ziele: 

·         Die “Freiplätze“ kommen sowohl unbegleiteten minderjährigen AslybewerberInnen (UMAs wie auch erwachsenen Geflüchteten zugute. Für die Arbeit mit den UMAs arbeiten die VAP-Mitglieder mit dem Kantonalen Sozialdienst zusammen.

·         Dieses Angebot ermöglicht eine erste Stabilisierung sowie - soweit in der ungewissen Situation der Asylsuche überhaupt möglich -  den Beginn einer traumatherapeutischen Verarbeitung der Erlebnisse im Herkunftsland und auf der Flucht.

·         Darin angestrebt ist auch eine präventive Wirkung und ein möglichst konstruktiver Umgang mit belastenden Situationen innerhalb des Asylprozesses sowie bei der späteren Integration in den Schweizer Alltag.

·         Ziele sind etwa

o    Alltag in der Asyl- und Migrationssituation besser bewältigen

o    Wege zur Psychischen Gesundheit kennenlernen

o    Umgang mit schwierigen Gefühlen und Situationen lernen und üben

o    Hilfe zur Selbsthilfe

·         Dafür arbeiten wir mit zertifizierten interkulturellen Dolmetschenden zusammen, welche mehrheitlich von HEKS Linguadukt Aarau vermittelt werden.

·         Finanzierung: Die psychologische/psychotherapeutische Arbeit sowie die dafür entsprechend nötige Vernetzung, Administrationsarbeit und Intervision werden von den VAP-Mitgliedern in Freiwilligenarbeit geleistet. Die interkulturellen Dolmetschenden werden im Falle der UMAs vom Kantonalen Sozialdienst finanziert oder leisten ebenfalls Freiwilligenarbeit.

Nehmen Materialspenden entgegen

Nein

Die Arbeit der Geschäftsstelle/Koordination ist zum grössten Teil

unentgeltlich